Von Christian Lämmle, Gründer & Geschäftsführer, CFD-Simulationsexperte · 25. September 2026
Auf der 7. Wasserstoffmotor-Konferenz „H2ICE + ReFuels“ am 21. und 22. September 2026 in Karlsruhe stand eine Frage im Mittelpunkt: Setzt die Mobilität künftig auf Wasserstoff im Verbrennungsmotor, auf erneuerbare Kraftstoffe – oder auf beides? Solange diese Frage offen ist, lohnt es sich für Entwicklungsteams, Bauteile und Brennverfahren für mehrere Energieträger zu prüfen.
Die Konferenz fand bereits zum siebten Mal statt, diesmal im Kongresszentrum Karlsruhe. Ausgerichtet wird sie von der KIT Campus Transfer GmbH, eröffnet und abgeschlossen wurde sie von Prof. Dr. Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Der Leitgedanke lautete „H2ICE oder ReFuels“ – bewusst zugespitzt. Dahinter steht die Frage, ob mehrere Energieträger parallel existieren können oder ob eine Fokussierung auf wenige zielführend ist.
Das Programm spannte den Bogen weit über die Motorentechnik hinaus: von Herstellungspfaden für Kohlenwasserstoffe über Wasserstoffinfrastruktur und Energiesysteme der Zukunft bis zu Regulierung und Ingenieursausbildung. Internationale Perspektiven kamen unter anderem von Tata Motors, der Brunel University und dem KAIST in Südkorea. Weitere Beiträge kamen unter anderem von Bosch, Air Products und MAN Truck & Bus, vom niederländischen Forschungsinstitut TNO und vom europäischen Zulieferverband CLEPA.
Die Konferenz hat einmal mehr gezeigt: Der Umbau hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung ist nicht nur eine technische Aufgabe. Wasserstoff verbindet Technologie, Infrastruktur, Industriepolitik und gesellschaftliche Akzeptanz. Tragfähige Lösungen entstehen dort, wo Ingenieurwesen, Wirtschaft und Regulierung gemeinsam gedacht werden.
Europa hat dabei die Chance, eine führende Rolle beim Aufbau einer wettbewerbsfähigen Wasserstoffwirtschaft einzunehmen. Dafür braucht es Innovation, Investitionen und verlässliche Rahmenbedingungen.
„Als Ingenieure entwickeln wir nicht nur Technologien. Wir gestalten die Energieinfrastruktur der Zukunft.“
Christian Lämmle, Gründer & Geschäftsführer von combustion and flow solutions
Beide Begriffe stehen für unterschiedliche Wege, Verbrennungsmotoren klimafreundlicher zu betreiben:
Solange offen ist, welcher Weg sich in welcher Anwendung durchsetzt, stehen Entwicklungsteams vor einer praktischen Frage: Wie verhält sich ein Brennraum oder ein Brenner, wenn sich der Kraftstoff ändert – und was muss angepasst werden, damit er zuverlässig und effizient bleibt?
Ein Brennstoffwechsel – etwa von Erdgas auf Wasserstoff oder E-Fuels – lässt sich mit CFD-Simulation vorab virtuell prüfen, bevor Hardware umgebaut wird. Das ist wichtig, weil sich Wasserstoff in der Verbrennung anders verhält als herkömmliche Kraftstoffe: Er verbrennt unter anderem mit deutlich höherer Flammengeschwindigkeit und lässt sich schon mit sehr wenig Energie entzünden.
Die Simulation macht sichtbar, wie sich Strömung, Wärmeverteilung, Verbrennung und Emissionen mit dem neuen Kraftstoff verändern – und wo ein Bauteil angepasst werden muss. Varianten werden im Modell verglichen statt nacheinander am Prüfstand.
Ein Schwerpunkt von combustion and flow solutions ist die reaktive Strömungssimulation: Verbrennungsmotoren, Dual-Fuel- und Zündstrahlverfahren für E-Fuels sowie wasserstoffbezogene Prozesse. Mehr dazu auf unserer Leistungsseite.
Was sind ReFuels?
ReFuels ist der Oberbegriff für Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen. Dazu zählen fortschrittliche Biokraftstoffe, Kraftstoffe aus Rest- und Abfallstoffen sowie E-Fuels auf Basis von Elektrolyse-Wasserstoff.
Was ist der Unterschied zwischen H2ICE und E-Fuels?
Ein H2ICE ist ein Verbrennungsmotor, der Wasserstoff als Kraftstoff nutzt. E-Fuels sind Kraftstoffe, die auf Basis von Elektrolyse-Wasserstoff hergestellt werden. Sie zählen zu den ReFuels.
Kann man die Umstellung auf Wasserstoff oder E-Fuels simulieren?
Ja. Ein Brennstoffwechsel – etwa von Erdgas auf Wasserstoff oder E-Fuels – lässt sich mit CFD-Simulation vorab virtuell prüfen, bevor Hardware umgebaut wird. Das ist wichtig, weil sich Wasserstoff in der Verbrennung anders verhält, unter anderem durch eine deutlich höhere Flammengeschwindigkeit und eine sehr geringe Mindestzündenergie.
Sie planen die Umstellung eines Motors oder Brenners auf Wasserstoff oder E-Fuels?
Sprechen Sie mit combustion and flow solutions über eine CFD-Simulation – bevor der erste Prototyp umgebaut wird.
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